{"id":1513,"date":"2016-03-15T11:29:47","date_gmt":"2016-03-15T11:29:47","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=1513"},"modified":"2016-03-15T11:30:32","modified_gmt":"2016-03-15T11:30:32","slug":"1513-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/geschichten\/erinnerungen-ii\/1513-2\/","title":{"rendered":"Acht Jahre Volksschule in Vees  (Marga Rathjen geb. Trau (Wv 10 &#8211; Cordts))"},"content":{"rendered":"<p>Zur Schule gekommen bin ich Ostern 1937. Unser Jahrgang war stark vertreten mit 6 Jungen und 5 M\u00e4dchen. So viel Aufhebens wie heute bei der Einschulung kannte man damals nicht. Aber soweit ich mich erinnere, gab es eine kleine T\u00fcte Bonbon vom Lehrer. Dieser hie\u00df Richard Deutsch, und er war wohl eine ziemlich beliebte Pers\u00f6nlichkeit. Bei den d\u00f6rflichen Vereinen bekleidete er auch einige \u00c4mter, die gebraucht wurden.<\/p>\n<p>Mein Weg zur Schule war sch\u00f6n kurz, weil ich in der Mitte das Dorfes wohnte. So hatten manche Kinder es ung\u00fcnstiger, weil sie mitunter einen Weg von fast einem Kilometer zur\u00fccklegen mussten. So kamen sie dann auch mit dem Fahrrad. Dieses brachten sie dann nach Dischers, dem damaligen Kaufmann.<br \/>\nAn das Einf\u00fcgen in die Schulgemeinschaft hatten wir uns bald gew\u00f6hnt. Auf dem Schulhof spielten die gro\u00dfen Kinder mit den kleinen, wenn sie noch ein bisschen fremd waren. Das Lernen und die Schularbeiten zu Hause machen fiel mir eigentlich nicht schwer. Wie ich ersehen habe, gab es im ersten Halbjahr noch kein Zeugnis. Das n\u00e4chste Jahr war es im Herbst von meiner Mutter unterschreiben, weil mein Vater im Sommer gestorben war. Der Inhalt der Zeugnisse konnte sich sehen lassen, wenn auch mal Schwankungen dabei vorkamen.<br \/>\nUnser Lehrer war bis in den Sommer 1940 noch immer Herr Deutsch. Danach hat er uns aber verlassen. Nach Oberschlesien ging er und wollte angeblich dort den Polenkindern deutsch beibringen. Was nun? \u2013 Uns Sch\u00fclern blieb nichts anderes \u00fcbrig, als die Schule in Ostervesede zu besuchen. Alle waren b\u00f6se dar\u00fcber. Ein paar Kinder sind sogar in die Schee\u00dfeler Schule gewechselt. Wie lange Zeit das so war, kann ich nicht mehr sagen, aber eine L\u00f6sung folgte. Zu uns kam der Deepener Lehrer, Herr Meinking, und brachte die Deepener Kinder, die nur wenige waren, mit zu uns. Das war eine gute L\u00f6sung mit dem wunderbaren Lehrer, den wir noch 3 Jahre hatten. Aber es konnte wohl nicht so bleiben. In der folgenden Zeit musste er sozusagen milit\u00e4rischen Dienst machen. Eine neue Lehrkraft musste her, und wir bekamen sie: halb aus Ostervesede (Lehrer Dreyer) und dazu halb aus Schee\u00dfel (Lehrer Beu\u00dfe). Die konnten uns dann mit ihrem Fahrrad besuchen, oder ob vielleicht der Herr aus Ostervesede ein Auto hatte? &#8211; Ich wei\u00df es nicht.<br \/>\nDanach haben wir bis Ende 8. Schuljahr durchgehalten. \u00dcbrigens die Handarbeitslehrerin, die wir hatten, war Frau B\u00f6sch aus Ostervesede. Einmal die Woche 2 Stunden Nadelarbeit, so wie das hie\u00df und im Anschluss daran machte sie mit uns Kindergottesdienst. Das hat auch gefallen und die Frau war nett.<br \/>\nEines m\u00f6chte ich noch erw\u00e4hnen: bei meiner Konfirmation war unter den Gl\u00fcckw\u00fcnschen einer von Lehrer Meinking. Dieser musste in in Schee\u00dfel im Lazarett sein und hatte die Karte selbst bemalt und geschrieben.<br \/>\nWenn ich mitunter unser sch\u00f6nes Schulgeb\u00e4ude sehe, was schon an die hundert Jahre alt ist, kommt ein St\u00fcck Heimt zu mir her\u00fcber. Die Schuluhr wird wohl nicht mehr dieselbe sein, die zu meiner Zeit uns mit ihrem hellen Klang begleitete. Man konnte sie weithin h\u00f6ren, wenn wir auf dem nahen Feld oder beim Hof am Arbeiten waren.<br \/>\nEs ist alles Vergangenheit geworden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Schule gekommen bin ich Ostern 1937. Unser Jahrgang war stark vertreten mit 6 Jungen und 5 M\u00e4dchen. So viel Aufhebens wie heute bei der Einschulung kannte man damals nicht. Aber soweit ich mich erinnere, gab es eine kleine T\u00fcte Bonbon vom Lehrer. Dieser hie\u00df Richard Deutsch, und er war wohl eine ziemlich beliebte Pers\u00f6nlichkeit. 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