{"id":1537,"date":"2016-03-16T09:42:57","date_gmt":"2016-03-16T09:42:57","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=1537"},"modified":"2019-06-18T21:57:36","modified_gmt":"2019-06-18T19:57:36","slug":"ei-loves-you-huehnerkram","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/geschichten\/kurioses\/ei-loves-you-huehnerkram\/","title":{"rendered":"Ei loves you ! &#8211; H\u00fchnerkram"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1281\" aria-describedby=\"caption-attachment-1281\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1281 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/ei-mit-kaffeebohne-150x150.jpg\" alt=\"Ei loves you !\" width=\"150\" height=\"150\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1281\" class=\"wp-caption-text\">Ei loves you !<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Unbekannter klebt Kaffeebohnen auf Eier und h\u00e4lt damit 2001 ein ganzes Dorf in Atem.<br \/>\nDas Beweisst\u00fcck liegt geduldig auf dem Wohnzimmertisch und wirft pausenlos Fragen auf. Im ganzen Dorf. &#8222;H\u00e4tte jemand einfach ein Ei vor die T\u00fcr gelegt, w\u00fcrde sich keiner gro\u00dfartig Gedanken machen&#8220;, sagt Ortsb\u00fcrgermeister Wilhelm Heins. Die Sachlage ist jedoch eine andere. Auf dem Ei, das Heins vor seinem Haus entdeckt hat, ist eine Kaffeebohne festgeklebt. Derlei Exemplare sind in Westervesede vor neun Tagen zum ersten Mal aufgetaucht. Und das nicht nur beim B\u00fcrgermeister &#8211; zuerst im Dorfgemeinschaftshaus, dann immer wieder vor den T\u00fcren von Privathaushalten und H\u00f6fen. Mal mit einer Kaffeebohne darauf, auch mal mit dreien und angeblich auch vereinzelt mit Rosinen verziert. Meist morgens in aller Fr\u00fche oder abends, wenn l\u00e4ngst alles dunkel ist, werden die leicht zerbrechlichen Lebensmittel vor den T\u00fcren gefunden. Seitdem klingelt bei Heins das Telefon. Und der staunt nicht schlecht. Auf so eine Angelegenheit im Dorf ist schlie\u00dflich auch der B\u00fcrgermeister nicht eingestellt. Oder doch? &#8222;Nein, man muss aber Allround-Mensch sein und die Sache sorgf\u00e4ltig im Auge behalten.&#8220; Genau das macht Heins ohnehin. Von zehn bis zw\u00f6lf B\u00fcrgern mindestens wei\u00df er, dass sie mit einem pr\u00e4parierten Ei \u00fcberrascht wurden. Die Ger\u00fcchtek\u00fcche besagt, dass sich im Schee\u00dfeler Holz sogar ein Nest mit Kaffeebohneneiern befinden soll. Erika Heins bringt Ruhe in die Aufregung und schenkt erst mal eine Tasse Kaffee ein, kann sich dann einen Scherz nicht verkneifen: &#8222;Zur Feier des Tages h\u00e4tte ich eigentlich ein Ei backen m\u00fcssen.&#8220; Am Tag zuvor, berichtet die Westervesederin, habe sie sich mit Freundinnen zum Kn\u00fctteln getroffen. Eine von denen habe eins der Eier zuhause in die Pfanne geschlagen und gegessen. Und das sei, so habe die gesagt, sehr frisch gewesen. Heins kann das nicht nachvollziehen, sieht die Sache kritisch und vorsichtiger. Er hofft auf einen Gag. Und \u00fcberlegt hin und her. Das Ganze k\u00f6nne bestenfalls eine Einladung sein zum Kaffeetrinken, bei drei Bohnen w\u00e4ren das demnach, so Heins, Einladungen zu drei Kaffeetrinken. &#8222;Die Sache muss eine Bewandtnis haben&#8220;, sagt Heins. \u00c4ltere Menschen im Dorf hat er schon befragt, ob vielleicht ein Brauch dahintersteckt. Fehlanzeige. Auch den Rosenmontagsverein hat er schon zu Rate gezogen, ob die Angelegenheit jecker Natur ist. Fehlanzeige. Szenenwechsel. Auch beim Lebensmittelgesch\u00e4ft Gutkauf lag ein Ei mit Bohne vor der T\u00fcr und hat f\u00fcr Irritation gesorgt. Vor ein paar Tagen schon. Morgens gegen f\u00fcnf Uhr. Das Thema ist immer noch allgegenw\u00e4rtig im Laden. Eine alte Dame mit Kopftuch, die ihren Einkaufskorb mit Erdnuss-Flips, Zitrone und Schokopudding f\u00fcllt, hatte noch nichts von den erstaunlichen Geschehnissen geh\u00f6rt. &#8222;Das macht einem ja Angst&#8220;, sagt sie. Dann berichtet die Westervesederin davon, dass eine alte Tradition im Dorf das &#8222;Koffer festsetzen&#8220; sei. Junge Menschen gingen dabei von T\u00fcr zu T\u00fcr und b\u00e4ten um Eier. So wie Knechte und M\u00e4gde fr\u00fcher, die die H\u00f6fe wechselten. Das sei allerdings immer am Sonntag nach Ostern und ein Bes\u00e4ufnis. Die T\u00fcr des Ladens geht auf. Wilhelm Heins steht da. Was er mitteilen muss, ist ihm schon anzusehen: Seine Frau hat ein weiteres Ei entdeckt. Das liegt mit drei Bohnen drauf vor der Haust\u00fcr im Kohlhofe 3. Der B\u00fcrgermeister sch\u00fcttelt den Kopf: &#8222;Die Sache ist mysteri\u00f6s.&#8220; Heins steigt ins Auto. Er wird dranbleiben.<\/p>\n<p>In einem Dorf wie Westervesede, da kann man nichts lange unter dem Deckel halten. So \u00e4u\u00dferte sich der Ortsb\u00fcrgermeister vor nunmehr 17 Tagen in einem Pressegespr\u00e4ch und er lag falsch.<\/p>\n<p>Wer die Eier mit Kaffeebohnen darauf vor Haust\u00fcren in Westervesede verteilte blieb lange ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Fest hingegen steht, dass auch ein Fernsehteam von Radio Bremen in Westervesede, dem Zentrum des Geschehens, zur Sache recherchiert hat<\/p>\n<p>Dass die Unbekannten im Hintergrund \u00e4u\u00dferst flei\u00dfig und ebenso einfallsreich agieren, bekamen gleich zahlreiche B\u00fcrger &#8211; und das vor allem in Westervesede zu sp\u00fcren. Neue Adressaten f\u00fcr die Eier wurden via E-Mail gefunden. Gleich 121 Computernutzer staunten nicht schlecht \u00fcber eine E-Mail mit dem Betreff &#8222;Ei loves you&#8220;. Der bef\u00fcrchtete Virus blieb aus. Daf\u00fcr kamen die Eier zwischenzeitlich auch auf dem Postwege &#8211; allerdings schmerzlicherweise ohne den Hinweis &#8222;Fragile&#8220; &#8211; sch\u00f6n mit B\u00f6hnchen beklebt und dazu behutsam in Stroh gelegt an.<br \/>\nMit Humor wird die Sache bei der Polizei gesehen: Mit der Kennung &#8222;Akte X&#8220; will der Rotenburger Polizeisprecher Detlev Kaldinski sie versehen wissen. Er mailte seinen Kommentar zum Thema gleich an alle Empf\u00e4nger der E-Mail zur\u00fcck. Kaldinski schl\u00e4gt vor, alle Kaffeebohnen zu observieren &#8211; und das ungeachtet der Tatsache, dass daf\u00fcr selbstredend ein gro\u00dfer Personalaufwand n\u00f6tig sei. Er sieht durch die Beobachtung folgende Chance: &#8222;Irgendwann wird eine der Bohnen ihren Weg auf ein Ei finden. Wir sehen uns blitzschnell um, wer danebensteht. Dann greifen wir zu.&#8220; Oder: Alle Eier w\u00fcrden observiert. Und dann schnappe eine Falle zu, wenn die Kaffeebohne komme. Trotzdem noch einmal zum Telefon gegriffen, weil die Sache keine Ruhe l\u00e4sst. Der Westerveseder Rosenmontagsverein feiert am Samstag, 24. Februar, 19.30 Uhr, seine Prunksitzung in der Gastst\u00e4tte Grobr\u00fcgge und ist deshalb sehr verd\u00e4chtig. Conferencier und Siebenerrats-Mitglied Rainer Bassen geht an den Apparat. Und der \u00dcberraschungsmoment kann am anderen Ende der Leitung verbucht werden. Also schnell die Frage: &#8222;Haben sich die Karnevalisten eine neue recht ungew\u00f6hnliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit als Werbung f\u00fcr das n\u00e4rrische Treiben \u00fcberlegt?&#8220; Bassen muss lachen. Dem sei nicht so, sagt er. Das Thema muss nicht gro\u00df angesprochen werden. Ob Bassen das mit gutem Gewissen sagen kann? Er kann. Das Ganze sei definitiv keine Aktion vom Siebenerrat, auch nicht von den zwei Ehemaligen, die noch im Vorstand mitmischten. Allerdings hegt Bassen den Verdacht, dass sich das Mysterium bei der Prunksitzung aufkl\u00e4rt, was wiederum auch gute Werbung ist. Dass Akteure, die Programmpunkte beisteuern, die Bohnenkleber sind, kann er sich vorstellen.<\/p>\n<p><strong>Eiergeheimnis auf der 24. Prunksitzung des Veeser Rosenmontagsvereins (VRV) gel\u00fcftet <\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1543\" aria-describedby=\"caption-attachment-1543\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom wp-image-1543 size-medium\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/H\u00fchnerkram-1-300x206.jpg\" alt=\"H\u00fchnerkram\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/H\u00fchnerkram-1-300x206.jpg 300w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/H\u00fchnerkram-1-650x445.jpg 650w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/H\u00fchnerkram-1.jpg 1699w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1543\" class=\"wp-caption-text\">H\u00fchnerkram<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8222;Ich freue mich, dass ich ein H\u00e4hnchen bin&#8220;, sang der Hahn, der mit f\u00fcnf H\u00fchnern (Frauen aus der Stra\u00dfe Im Vieh) auf die B\u00fchne kam. Und die berichteten nicht nur Neues von der Stange, sondern l\u00fcfteten endlich auch das Westerveseder Eier-Geheimnis: &#8222;Wir wollten eigentlich nur auf den Karneval und uns H\u00fchner aufmerksam machen.&#8220; Die Kaffeebohne stehe f\u00fcr den Club Schwarze Bohne. Die F\u00fcnf Frauen trinken ihren Kaffee immer nur schwarz. Was nicht unwesentlich w\u00e4re, hie\u00dfe ihr Club doch nach dieser Gewohnheit &#8222;Schwarze Bohne&#8220; &#8211; Kaffeebohne eben.<br \/>\nMit Sparschweinen wurde anschlie\u00dfend Geld f\u00fcr die Erdbebenopfer in El Salvador gesammelt.<br \/>\nW\u00e4hrend der Prunksitzung\u00a0 kamen 500 Mark zusammen, die Gage der H\u00fchner f\u00fcr ihren Auftritt sowie einige 100 Mark von Internet-Spendern erbrachten insgesamt rund 1.000 Mark f\u00fcr den guten Zweck. Gro\u00dfe Freude herrschte dann, als Rotenburgs Famila-Chefin, noch einen Spenden-Scheck \u00fcber 333,33 Mark (aus einer Famila-Aktion im Herbst) \u00fcberreichte.<\/p>\n<p>(Quelle: Archiv der Rotenburger Rundschau)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Unbekannter klebt Kaffeebohnen auf Eier und h\u00e4lt damit 2001 ein ganzes Dorf in Atem. Das Beweisst\u00fcck liegt geduldig auf dem Wohnzimmertisch und wirft pausenlos Fragen auf. Im ganzen Dorf. &#8222;H\u00e4tte jemand einfach ein Ei vor die T\u00fcr gelegt, w\u00fcrde sich keiner gro\u00dfartig Gedanken machen&#8220;, sagt Ortsb\u00fcrgermeister Wilhelm Heins. Die Sachlage ist jedoch eine andere. 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