{"id":1604,"date":"2016-03-19T13:23:00","date_gmt":"2016-03-19T13:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=1604"},"modified":"2022-05-10T16:00:27","modified_gmt":"2022-05-10T14:00:27","slug":"willi-heins","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/geschichten\/menschen\/willi-heins\/","title":{"rendered":"Willi Heins &#8211; politisches Urgestein"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2033\" aria-describedby=\"caption-attachment-2033\" style=\"width: 231px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2033\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Willi-Heins-1991-231x300.jpg\" alt=\"Willi Heins\" width=\"231\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Willi-Heins-1991-231x300.jpg 231w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Willi-Heins-1991-342x445.jpg 342w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Willi-Heins-1991.jpg 598w\" sizes=\"auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2033\" class=\"wp-caption-text\">Willi Heins<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein Urgestein des Rates<\/strong><\/p>\n<p>Wilhelm Heins ist ein Urgestein der Schee\u00dfeler Kommunalpolitik. Seit 1972 Jahren setzte sich der geb\u00fcrtige Westerveseder f\u00fcr die Belange B\u00fcrger ein. Neben seiner Ratst\u00e4tigkeit war Heins zehn Jahre als Sch\u00f6ffe am Amtsgericht und zehn Jahre als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Stade t\u00e4tig. &#8222;Diese Zeit war sehr lehrreich&#8220;, meint Heins. In der langen Ratsarbeit und seiner T\u00e4tigkeit als Ortsb\u00fcrgermeister von Westervesede (seit 1991) hat er zahlreiche H\u00f6hen und Tiefen erlebt und viele interessante Leute kennen gelernt. Zu den interessanten Pers\u00f6nlichkeiten geh\u00f6ren unter anderem Gerhard Schr\u00f6der und Helmut Schmidt. &#8222;Das waren zwei Politiker, die man ernst nehmen musste&#8220;, sagte Heins r\u00fcckblickend. Eine besondere Freundschaft verband den Ortsb\u00fcrgermeister mit dem SPD-Mann Karl Ravens, der von 1974 bis \u201378 Bundesminister f\u00fcr Raumordnung, Bauwesen und St\u00e4dtebau gewesen ist. &#8222;Mehrfach hat er die Grillfeste in Westervesede und andere Veranstaltungen besucht. Einmal ist er sogar mit einem Hubschrauber direkt neben dem Grillplatz gelandet erinnert sich Heins.<br \/>\nEbenfalls eine freundschaftliche Verbindung pflegt er mit den lettischen Orten Tukums (Partnerstadt Schee\u00dfels) und Seme (Partnergemeinde Westervesedes). Zu seinem 70. Geburtstag kam j\u00fcngst extra eine sieben Mann starke Delegation aus Lettland angereist. &#8222;Darunter befanden sich zwei amtierende und ein ehemaliger B\u00fcrgermeister&#8220;, freut sich Heins.<\/p>\n<p><strong>Wie alles begann<\/strong>?<\/p>\n<p>Mit 33 Jahren begann 1972 die kommunalpolitische Laufbahn des Poliers. Damals war sein Heimatort Westervesede noch eine selbstst\u00e4ndige Gemeinde. &#8222;Freizeit und Sportanlage waren nicht ausreichend vorhanden&#8220;, erinnert sich Heins. Von einigen B\u00fcrgern erhielt der \u00fcberzeugte Sozialdemokrat den Tipp: &#8222;Wenn du etwas ver\u00e4ndern willst, musst du dich in den Gemeinderat w\u00e4hlen lassen&#8220;.<\/p>\n<p>Gesellschaftliches Engagement wurde ihm schon in die Wiege gelegt. &#8222;Meine Mutter war sehr sozial eingestellt und hat mich auch so erzogen&#8220;, berichtet Heins. Der Schritt in die Politik wurde begleitet von vielen Gespr\u00e4chen und \u00dcberlegungen. Die wichtigsten Fragen waren dabei, ob Ehefrau Erika ihr Einverst\u00e4ndnis erkl\u00e4ren w\u00fcrde und sich die politische T\u00e4tigkeit mit den beruflichen Verpflichtungen unter einem Hut vereinen lie\u00dfe.<\/p>\n<p>Seine Frau unterst\u00fctzt ihn bis heute in seinem Engagement. Der Weg war vor gezeichnet: Heins trat in die SPD ein. 1972 wurde er mit dem zweitst\u00e4rksten Stimmenergebnis in den Gemeinderat von Westervesede gew\u00e4hlt. Nach dem Urnengang erhielt Heins einen einpr\u00e4gsamen Tipp vorn Altb\u00fcrgermeister Adolf Thies: &#8222;Du bist jetzt im Rat und meinst du bist der Kl\u00fcgste. Aber andere meinen, sie sind noch kl\u00fcger. Richte deine Arbeit danach aus.&#8220;<\/p>\n<p>1974 wurde Heins als Beisitzer in den Interimsrat von Schee\u00dfel entsandt. Die Gebietsreform stand an. Der Interimsrat tagte neben dem regul\u00e4ren Schee\u00dfeler Pat. Im Beeke \u2013 Ort musste entschieden werden, ob die Reise Richtung Einheits- oder Samtgemeinde gehen sollte. &#8222;F\u00fcr den Fall, dass die Entscheidung pro Samtgemeinde ausf\u00e4llt, sah ein Referentenentwurf vor, dass unter anderem Westervesede und Ostervesede eine Einheit bilden sollten&#8220;, erkl\u00e4rt Heins. Damit waren jedoch fast alle Ortschaften nicht einverstanden. Gro\u00dfer \u00c4rger stand an.<\/p>\n<p>Mit den Stimmen der SPD-Fraktion entschied sich der Schee\u00dfeler Rat am 1. M\u00e4rz 1974 f\u00fcr eine Einheitsgemeinde. Die angeschlossenen Ortschaften hatten keinen Einfluss auf das Ergebnis. &#8222;In dem Vertrag wurde damals festgelegt, dass Ortschaften mit mehr als 400 Einwohnern einen Ortsrat w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Ausgenommen davon war der Kernort Schee\u00dfel. Kleinere Ortschaften erhielten einen Ortsvorsteher.&#8220;, erinnert sich Heins. &#8222;Heute bin in nach wie vor der Meinung, dass die Einheitsgemeinde ein Erfolg f\u00fcr die Ortschaften war. Viele Dinge h\u00e4tten wir in Westervesede sonst nicht realisieren k\u00f6nnen. Ich denke unter anderem an die Sportanlage, das Dorfgemeinschaftshaus, den Kindergarten und das Feuerwehrhaus.&#8220; Zu einem seiner sch\u00f6nsten Erlebnisse z\u00e4hlt Heins die Teilnahme am Wettbewerb &#8222;Unser Dorf soll sch\u00f6ner werden \u2013 unser Dorf hat Zukunft&#8220; im Jahre 1994. Damals gewann Westervesede den ersten Preis. &#8222;Das ganze Dorf hat an einem Strang gezogen&#8220;, so Heins. Ebenfalls zu den sch\u00f6nen Erlebnissen z\u00e4hlt er den Erweiterungsbau des Sporthauses in Westervesede. &#8222;Alles war in trocknen T\u00fcchern. Die Grenz\u00f6ffnung kam dazwischen. Alle Zusch\u00fcsse wurden damals gestrichen&#8220;, erkl\u00e4rt der B\u00fcrgermeister. Gemeinsam mit Harm Grobr\u00fcgge machte er sich auf den Weg zum Amt f\u00fcr Agrarstruktur. 14 Tage sp\u00e4ter erteilte die Beh\u00f6rde eine Zuschusszusage.<\/p>\n<p>Einen absoluten Tiefpunkt in seiner politischen Laufbahn markiert der Bruch mit der SPD 1996. &#8222;Es gab personelle Probleme innerhalb der SPD-Fraktion bei der Besetzung der Listenpl\u00e4tze&#8220;, erkl\u00e4rt Heins. Die Fronten waren verh\u00e4rtet. Detlef Steppat sowie Heins durften nicht mehr f\u00fcr die Sozialdemokraten kandidieren. Im gleichen Jahr wurde die UFS gegr\u00fcndet. Bei der Kommunalwahl 2001 ergatterte die Gruppierung f\u00fcnf Sitze im Schee\u00dfeler Rat. 2006 schrumpfte die Anzahl auf zwei.<\/p>\n<p>&#8222;Meiner Meinung nach haben wir in eine gute Politik gemacht. Das niederschmetternde Ergebnis ist f\u00fcr mich unverst\u00e4ndlich&#8220;, klagt Heins. F\u00fcr ihn hat sich das Klima im Gemeinderat negativ ver\u00e4ndert: Fr\u00fcher wurde \u00fcber Sachthemen hei\u00df diskutiert und anschlie\u00dfend sa\u00dfen alle Mandatstr\u00e4ger in einer gem\u00fctlichen Runde zusammen. Heute gehe jeder seine eigenen Weg. &#8222;Das finde ich pers\u00f6nlich nicht gut&#8220;, stellt Heins klar. F\u00fcr ihn steht der Entschluss fest, 2011 nicht erneut f\u00fcrs Lokalparlament kandidieren zu wollen. &#8222;Fast 40 Jahre sind genug.&#8220;, meinten Heins und seine Frau Erika.<br \/>\n(Quelle: Rotenburger Rundschau 29.12.2009 )<\/p>\n<p>08.11.2011<br \/>\n<strong>\u201eJetzt sind J\u00fcngere dran&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Westervesedes Ortsb\u00fcrgermeister Willi Heins verabschiedet sich aus der Politik<\/p>\n<p>Ein Urgestein zieht sich nach fast 40 j\u00e4hriger kommuna-politischer Arbeit im Gemeinderat und Ortsrat, davon 20 Jahre als Ortsb\u00fcrgermeister, zur\u00fcck. \u201eDas ist ein Schritt, der musste sein, Generationenwechsel ist angesagt&#8220;, erkl\u00e4rt Willi Heins aus Westervesede.<br \/>\nNach 40 Jahren Lokalpolitik zieht sich Willi Heins in den Ruhestand zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eGanz ehrlich: Es f\u00e4llt es mir nicht leicht. Denn in der Kommunalpolitik mitzuwirken, einzugreifen, etwas zu ver\u00e4ndern, auch wenn es das eine oder andere Mal Nackenschl\u00e4ge gab, das war mein Anliegen.&#8220; Willi Heins blieb immer auf dem Boden der Tatsachen, er hob nie ab. Er hatte Angebote, auf Kreis- und Bezirksebene \u201eeinzusteigen&#8220;, aber Heins wollte vor Ort bleiben. Er, der gelernte Maurer, der nach Abschluss der Lehre 17 Jahre auf Gro\u00dfbaustellen unterwegs war, wusste, worauf er sich in der Kommunalpolitik einlie\u00df und worauf es ankam: F\u00fcr die Menschen in seinem Ort einzutreten. \u201eDie politische Arbeit war mein Hobby, und ich helfe weiter mit, wenn ich gebraucht werde. Ganz besonders bin ich meiner Frau dankbar. Sie st\u00e4rkte mir den R\u00fccken.&#8220;<\/p>\n<p>Alles begann 1970. Heins wollte Ver\u00e4nderungen, Verbesserungen f\u00fcr sein Dorf Westervesede. Beispielsweise w\u00fcnschte er sich mit anderen Ortsbewohnern die Erweiterung des Grillplatzes am Sportplatz und den Bau eines Sportheims, aber der Gemeinderat wollte nicht so recht. Jakob Witte sprach ihn schlie\u00dflich an \u2014 er sei der Richtige f\u00fcr den Gemeinderat. Nach langem Ringen und in Absprache mit der Familie stimmte er zu und wurde 1972 in den Gemeinderat gew\u00e4hlt. Als Schee\u00dfel 1974 Einheitsgemeinde wurde, bekam Heins die Stimmen im Gemeinderat Schee\u00dfel und im Ortsrat seines Heimatdorfes. 1991 bestimmten ihn die Westerveseder zum\u00a0 Ortsb\u00fcrgermeister. Diese Position hatte er vier Wahlperioden lang inne.<\/p>\n<p>Unter seiner Regie wurde vieles geschaffen, durchgef\u00fchrt und positiv ver\u00e4ndert. \u201eDas konnte ich nat\u00fcrlich nicht allein schaffen, sondern gemeinsam mit dem Ortsrat und den Westervesedern&#8220; sagte er. Westervesede nahm einige Male am Wettbewerb \u201eUnser Dorf soll sch\u00f6ner werden&#8220; teil und wurde 1998 sogar Kreissieger.<\/p>\n<p>Der Anbau des Sporthauses war damals bereits genehmigt. Durch verschiedene Umst\u00e4nde wurden bis auf weiteres die Zusch\u00fcsse gestrichen, sehr zum Leidwesen des Ortsb\u00fcrgermeisters. Er fuhr zum entsprechenden Amt und blieb solange, bis er wenigstens etwa 90 Prozent der Summe zugesagt bekam. Mit Blick auf seine Amtszeiten freut sich Heins, dass er vielen Menschen helfen konnte, auch als er noch ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Stade und in den 70er Jahren Sch\u00f6ffe beim Amtsgericht Rotenburg war.<\/p>\n<p>Willi Heins k\u00fcmmerte sich au\u00dferdem auch um den Erhalt eines freundschaftlichen und partnerschaftlichen Kontaktes nach Tukums (Lettland) und Moldawien, wohin Hilfe und Hilfstransporte organisiert wurden. \u201eF\u00fcr dich l\u00e4uft immer ein Huhn auf dem Hof&#8220;, so eine Bekannte, deren Familie er unterst\u00fctzt. Viele pers\u00f6nliche Kontakte entstanden, und man lud sich auch privat ein. In den n\u00e4chsten Tagen f\u00e4hrt Heins mit seiner Frau nach Lettland, denn er bekam von Freunden eine Einladung. Mit dem Auto will er die Strecke bew\u00e4ltigen, um alles richtig auszukosten. Was er dann macht? \u201egesundheitlich geht es mir so einigerma\u00dfen&#8220;, meint Heins. \u201eIch werde mich viel aufs Fahrrad schwingen und alles mit Ruhe betrachten. Einmischen will ich mich in die Ortspolitik aber nicht. Jetzt sind die J\u00fcngeren dran, aber wenn mein Rat gebraucht wird, helfe ich. Dorfangelegenheiten gehen alle an&#8220;.<\/p>\n<h1>Nachruf<\/h1>\n<p align=\"center\">Wir gedenken unserem Gr\u00fcndungsmitglied<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3898 size-full\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Logo.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"135\" \/><b>Wilhelm (Willy) Heins,<\/b><\/p>\n<p align=\"center\">der am 21. Juli 2018 verstarb.<\/p>\n<p align=\"center\">Er war seinem Heimatort Westervesede sehr verbunden und engagierte sich in<\/p>\n<p align=\"center\">vereins- und lokalpolitischer Weise. Somit war es f\u00fcr ihn selbstverst\u00e4ndlich,<\/p>\n<p align=\"center\">auch unseren Verein VEESbook e. V. mit aus der Taufe zu heben.<\/p>\n<p align=\"center\">Die Spuren, die Willy in Westervesede hinterlassen hat,<\/p>\n<p align=\"center\">findet man nicht nur auf unserer Internetseite.<\/p>\n<p align=\"center\">Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Urgestein des Rates Wilhelm Heins ist ein Urgestein der Schee\u00dfeler Kommunalpolitik. Seit 1972 Jahren setzte sich der geb\u00fcrtige Westerveseder f\u00fcr die Belange B\u00fcrger ein. Neben seiner Ratst\u00e4tigkeit war Heins zehn Jahre als Sch\u00f6ffe am Amtsgericht und zehn Jahre als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Stade t\u00e4tig. &#8222;Diese Zeit war sehr lehrreich&#8220;, meint Heins. 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