{"id":1913,"date":"2016-10-23T08:34:02","date_gmt":"2016-10-23T08:34:02","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=1913"},"modified":"2016-11-12T20:43:38","modified_gmt":"2016-11-12T20:43:38","slug":"karl-rennebach","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/geschichten\/menschen\/karl-rennebach\/","title":{"rendered":"Karl Rennebach"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Karl Rennebach schnitzt Truhen, sammelt Altert\u00fcmer<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">\u201eEs macht mir Spa\u00df, rohes Holz zu formen!&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: 11pt;\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1911\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/rennebach-1.jpg\" alt=\"rennebach 1\" width=\"127\" height=\"175\" align=\"left\" hspace=\"10\" \/>Der eine jagt, der andere kegelt &#8211; Karl Rennebach, 76j\u00e4hriger Handwerker aus Westervesede, baut aus Eichenholz Truhen und verziert sie mit sch\u00f6nen Schnitzereien. Mit seinen Holzar-beiten erfreut er Verwandte und Freunde. Der Stellmacher-meister hat indes noch ein anderes Hobby: er betreibt Alter-tumsforschung und sammelt alte M\u00f6bel und andere h\u00e4usliche Gegenst\u00e4nde. In seinem Garten stehen zahlreiche Handwerksger\u00e4te aus, fr\u00fcherer Zeit und ein reetgedecktes Fach-werkhaus, das die in langen Jahren gesammelten Sch\u00e4tze Rennebachs birgt.<br \/>\nDa\u00df es in Rotenburg ein Heimatmuseum und in Schee\u00dfel den Meyerhof und das Heimathausgel\u00e4nde gibt, wo gezeigt wird, wie die Leute hier fr\u00fcher gelebt haben, wei\u00df jeder. Da\u00df jedoch auch das kleine Dorf Westervesede ein kleines Heimatmuseum hat, wissen nur wenige, und noch nicht einmal alle Dorfbewohner. Der Westerveseder Einrichtung fehlt die Publicity, denn es ist kein Verein, der das Museum betreibt, sondern ein Einzelner-. der Stellmachermeister Karl Rennebach. In m\u00fchevoller Kleinarbeit hat der 76j\u00e4hrige \u00fcber Jahre hinweg alte M\u00f6bel, Haushalts- und Einrichtungsgegenst\u00e4nde, B\u00fccher und andere Utensilien aus alten Zeiten gesammelt und damit die vier R\u00e4ume eines kleinen, reetgedeckten Fachwerkhauses ausgestattet.<br \/>\nDas Haus hat Rennebach vor zehn Jahren auf einem gegen\u00fcberliegenden Grundst\u00fcck (Diers-Hus) abgebrochen und in seinem Garten wieder aufgebaut. Sein Schwiegersohn, der Maurermeister ist, hat ihm dabei geholfen. Das Fachwerkger\u00fcst des 1743 erbauten H\u00e4uschens ist erhalten geblieben.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1912\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/rennebach-2-300x172.jpg\" alt=\"rennebach 2\" width=\"300\" height=\"172\" align=\"left\" hspace=\"10\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/rennebach-2-300x172.jpg 300w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/rennebach-2.jpg 336w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Das Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert ist ein liebevoll-eingerichtetes Museum Die Innenr\u00e4ume erweisen sich als wahre Schatzkammern in Sachen Kultur- und Heimatpflege. Die beiden Zimmer sind im b\u00e4uerlichem Stil eingerichtet. Da ist die gute Stube mit einem F\u00fcnf-Platten-Ofen, das gem\u00fctliche E\u00dfzimmer mit Feuerstelle und Butzen. Im ersten Stock, \u00fcber eine schmale Kornspeichertreppe zu erreichen, tritt der Besucher in patrizische Gem\u00e4cher. Zu vielen seiner liebevoll, wie in einem fr\u00fcheren Haushalt angeordneten Museumsst\u00fccke kann Karl Rennebach eine kleine Geschichte erz\u00e4hlen &#8211; beispielsweise zu einem alten Stich, der die Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866 darstellt. &#8222;Mein Gro\u00dfvater hat damals bei den Hannoveranern gegen die Preu\u00dfen gek\u00e4mpft&#8220;, wei\u00df Rennebach. Der grobe Vorderlader, den sein Opa damals benutzte, h\u00e4ngt unter dem gerahmten Bild; desgleichen eine kleine Gedenkm\u00fcnze, die jeder Krieger damals zur Belohnung erhielt.<br \/>\n\u201eIch betreibe ein bi\u00dfchen Altertumsforschung&#8220;, berichtet der Rentner, als er die alte Eichent\u00fcr des Torhauses auf dem gepflasterten Hof aufschlie\u00dft. In einem niedrigen Raum hat er versteinerte Fossilien, Mineralien und alte Steinwerkzeuge und \u2013speer-spitzen auf einem Tischchen s\u00e4uberlich nebeneinander aufgereiht. Auf einer Holzplatte gegen\u00fcber liegen alte Zeitungen. In einer Ecke steht eine leicht angestaubte Wiege aus Eichenholz, die mit dekorativen Schnitzereien verziert ist und die eingekerbte Jahreszahl 1982 aufweist.<br \/>\nKarl Rennebach hat sie gefertigt. Das ist sein Hobby: Eichenholz zu sch\u00f6nen, soliden M\u00f6belst\u00fccken verarbeiten. Geschnitzte Wandbilder mit b\u00e4uerlichen Motiven, Truhen, K\u00e4stchen, Borde, ja sogar Schreibsekret\u00e4re f\u00fcr seine Enkelkinder hat der Rentner schon gemacht &#8211; alles Handarbeit. \u201eIch habe Spa\u00df daran, wenn ich die rauhen Bretter habe, und etwas daraus formen kann!&#8220; Rennebach streicht liebevoll \u00fcber die glatten Bohlen.<br \/>\nIn seiner Werkstatt hinter dem Haus, wo er fr\u00fcher Wagenr\u00e4der formte, schnitzt er heute Truhen. \u201eBis vor einigen Jahren habe ich das Holz vom Bauern geholt&#8220;, sagt er, \u201eaber die haben heute keines mehr.&#8220; Deshalb kauft er es jetzt beim Bauhandel. Wenn die Dielen gut abgelagert sind, leimt er sie zu M\u00f6beln, meist Truhen, zusammen. Auf die glatte Vorderseite zeichnet er mit Bleistift Phantasiebilder: B\u00e4ume, Tiere, Niedersachsenh\u00e4user. Die Leisten an den Kanten werden mit Sonnenr\u00e4dern und dem Namen und Geburtstag desjenigen, der die Truhe bekommen soll, verziert. Entlang der Bleistiftlinien schnitzt Rennebach dann mit ruhiger Hand das Holz aus.<br \/>\nDamit sich die Bilder vom Untergrund optisch st\u00e4rker abheben, t\u00f6nt er sie dunkel. Zuletzt streicht er das M\u00f6belst\u00fcck mit Mattlack. Rennebachs Truhen sind in seiner Verwandtschaft sehr begehrt. Er hat schon fast allen seinen Enkelkindern solche sch\u00f6nen St\u00fccke gefertigt, \u201eals Aussteuer&#8220;, wie er erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Seit fast 30 Jahren geht er diesem Hobby nach &#8211; und hat in dieser Zeit soviel Erfahrung gesammelt, da\u00df seine Arbeiten wahre Meisterwerke sind. Bis Mitte der 50er Jahre war der geb\u00fcrtige Ahauser Stellmacher. Am vergangenen Donnerstag hat er sein 50 j\u00e4hriges Meisterjubil\u00e4um gefeiert. \u201eIch habe damals aufgeh\u00f6rt, weil dann die Gummir\u00e4der kamen, und die Wagen anders gebaut wurden&#8220;, erinnert er sich. \u201eDa hab ich nicht mitgemacht!&#8220; Rennebach betrieb dann eine kleine Landwirtschaft und fing an, Eichentruhen zu bauen. \u201eIch habe schon als Kind geschnitzt&#8220;, lacht er, \u201edas hat mir einfach gelegen!&#8220; Sein Talent ist sicher kein Zufall: auch sein Vater hat Holzschnitzereien gemacht. Die vielen alten Gegenst\u00e4nde in seinem kleinen Museum hat Rennebach w\u00e4hrend seiner 25j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit als Amtsbrandmeister gesammelt. Das Gebiet, f\u00fcr das er damals zust\u00e4ndig war, reichte von Westervesede bis Fintel.<br \/>\nHeute geht Rennebach \u00fcberwiegend seinem Hobby, dem Schnitzen, nach. Dabei fallen so viele Sp\u00e4ne ab, dass er damit den Ofen in seiner Werkstatt &#8211; ebenfalls ein Museumsst\u00fcck &#8211; anfeuern und den Raum angenehm w\u00e4rmen kann. Wenn die Sonne scheint, nimmt Karl Rennebach seinen Stock und den Sch\u00e4ferhund und geht spazieren. Manchmal setzt er sich aufs Fahrrad und durchstreift seine Heimat. Aber am liebsten ist er mit Hammer und Stecheisen am Holz zugange. \u201eWissen Sie&#8220;, sagt er schmunzelnd, \u201eder eine geht zum Kegeln, der andere zur Jagd, und ich hab eben hieran meinen Spa\u00df!&#8220; Nur, stillsitzen in der guten Stube, das kann er nicht!<\/p>\n<p align=\"justify\">Quelle: Kreiszeitung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karl Rennebach schnitzt Truhen, sammelt Altert\u00fcmer \u201eEs macht mir Spa\u00df, rohes Holz zu formen!&#8220; Der eine jagt, der andere kegelt &#8211; Karl Rennebach, 76j\u00e4hriger Handwerker aus Westervesede, baut aus Eichenholz Truhen und verziert sie mit sch\u00f6nen Schnitzereien. Mit seinen Holzar-beiten erfreut er Verwandte und Freunde. 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