{"id":2407,"date":"2016-10-22T10:18:43","date_gmt":"2016-10-22T10:18:43","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=2407"},"modified":"2017-04-20T15:43:15","modified_gmt":"2017-04-20T15:43:15","slug":"erinnerungen-an-meine-konfirmationszeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/geschichten\/erinnerungen-ii\/erinnerungen-an-meine-konfirmationszeit\/","title":{"rendered":"Erinnerungen an meine Konfirmationszeit"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">v. Marianne Frick, geb Behrens <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Konfirmationszeit w\u00e4hrend des Krieges war mit gro\u00dfen Schwierigkeiten verbunden. Wir hatten w\u00e4hrend der Kriegszeit kaum Religionsunterricht in der Schule erfahren. Erst im Konfirmandenunterricht lernten wir die Hauptst\u00fccke *1), zuerst die Gebote, dazu Ges\u00e4nge und Spr\u00fcche aus der Bibel. Der Vorkonfirmandenunterricht fand im K\u00fcsterhaus *2) statt. Der alte, blinde Pastor Riechelmann erteilte den Unterricht. Es waren f\u00fcr ihn die letzten Vorkonfirmanden, die einmal w\u00f6chentlich in seinen Unterricht kamen. F\u00fcr die Konfirmanden fand der Unterricht 2x w\u00f6chentlich im Konfirmandensaal statt. Pastor Heintze war streng und energisch. Wir waren bem\u00fcht, seinem Unterricht zu folgen. \u00c4rgern wollten ihn einige von uns, indem sie Kastanien unter den St\u00fchlen entlang kullerten. Ertappt aber hat er niemanden.<\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_2418\" aria-describedby=\"caption-attachment-2418\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2418 size-medium\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/kirche-scheessel-dittmer-klaus-21-300x220.jpg\" alt=\"Christenlehre\" width=\"300\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/kirche-scheessel-dittmer-klaus-21-300x220.jpg 300w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/kirche-scheessel-dittmer-klaus-21-606x445.jpg 606w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/kirche-scheessel-dittmer-klaus-21.jpg 1804w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2418\" class=\"wp-caption-text\">Christenlehre in der Schee\u00dfeler Kirche<br \/> Foto: Klaus Dittmer<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wir mussten an drei Sonntagen im Monat an der Kinderlehre teilnehmen. Dabei standen wir um den Altar und der Pastor stellte uns Fragen. Viele Kirchenbesucher kamen erst nach der Kinderlehre zum Gottesdienst.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Es war Weihnachten 1944 , als wir auf dem Weg zur\u00fcck nach Westervesede von feindlichen Tieffliegern beschossen wurden, konnten uns jedoch ins Schee\u00dfeler Holz retten. Nachdem die Tiefflieger wieder weiter geflogen waren, fuhren wir eiligst nach Hause.<\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_2470\" aria-describedby=\"caption-attachment-2470\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2470\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/christenlehre-sl-204x300.jpg\" alt=\"Christenlehre\" width=\"204\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/christenlehre-sl-204x300.jpg 204w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/christenlehre-sl-302x445.jpg 302w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/christenlehre-sl.jpg 1265w\" sizes=\"auto, (max-width: 204px) 100vw, 204px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2470\" class=\"wp-caption-text\">Christenlehre<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Palmarum fanden immer die Pr\u00fcfungen statt. 1945 war es der 25. M\u00e4rz und alle haben selbstverst\u00e4ndlich die Pr\u00fcfung bestanden. Zu diesem Anlass trugen meine Schwester und ich blaue Kleider; unsere Schneiderin, die zum N\u00e4hen ins Haus kam, hatte sie angefertigt. Vier Tage sp\u00e4ter, am Gr\u00fcndonnerstag, war dann unsere Konfirmation mit Beichte und heiligem Abendmahl. Den Gang vom Pfarrhaus zur Kirche \u00fcbten wir vorsichtshalber schon am Tag vorher. Unsere Eltern fuhren gemeinsam mit uns mit den Fahrr\u00e4dern nach Schee\u00dfel. Vom Pfarrhaus gingen wir, angef\u00fchrt von Pastor Heintze und Pastor Koller, in Dreier- Reihen nach dem ABC der D\u00f6rfer sortiert zur Kirche. Es waren in dem Jahr insgesamt 169 Konfirmanden. Unsere Eltern standen mit den anderen Kirchenbesuchern vor der Kirche und freuten sich \u00fcber den feierlichen Einzug. Meine Schwester und ich trugen ein Modellkleid von einem Modehaus aus Hamburg &#8211; auf Bezugsschein erhalten. Verwandte aus dem Hause hatten es unserer Mutter verkauft. Es war kurz\u00e4rmlig, aber gr\u00f6\u00dfer gearbeitet, damit wir noch hineinwachsen konnten, um es dann auch in den n\u00e4chsten Jahren zum Abendmahl tragen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Den Ablauf in der Kirche hatten wir ja vorher ge\u00fcbt. Zuerst kam die Beichte, danach das heilige Abendmahl. Das Brot teilte Pastor Koller aus. Die Oblaten wurden in den Mund gelegt. Den Wein reichte uns Pastor Heintze. Der Konfirmationsspruch wurde uns zugeteilt. Meiner steht im Psalm 119, Vers 135 und lautet: &#8218;Lass dein Antlitz leuchten \u00fcber mir und lehre mich deine Rechte.&#8216; Zur Erinnerung an die Konfirmation erhielt ich einen Bilddruck mit dem Titel:&#8217;Licht von oben&#8216;. Darauf ist eine gro\u00dfe Tanne im dunklen Wald dargestellt. Ein breiter Lichtstrahl f\u00e4llt schr\u00e4g auf die dicke Wurzel des Baumes. Des weiteren steht auf der Urkunde: &#8222;&#8230;ist nach empfangener Unterrichtung im Worte Gottes am 29. M\u00e4rz 1945 in der ev. luth. Kirche in Schee\u00dfel konfirmiert worden. Th. Heitze, Pastor. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Unseren Konfirmationsspruch haben wir aus dem Pfarrhaus abgeholt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Bei uns zu Hause waren zur Konfirmationsfeier alle Paten und einige nahe Verwandte mit ihren Kindern, die immer dazugeh\u00f6rten, gekommen. Zum Nachmittag gab es Buttercremetorte, Butterkuchen, Hefekuchen mit Apfelmus gef\u00fcllt &#8211; den a\u00dfen die Kinder so gerne, weil er saftig schmeckte &#8211; und dazu noch Topfkuchen. Getrunken wurde Malzkaffee mit Milch. F\u00fcr die Kinder gab es Milch und mit Wasser verd\u00fcnnten Johannisbeersaft. In den Kriegs-und Nachkriegsjahren gab es f\u00fcr die G\u00e4ste zum Abendbrot meistens Gulasch mit Salzkartoffeln, Rotkohl und Bohnensalat. Das Kriegsende war schon abzusehen, dazu kam die Sorge um die Verwandten an der Front. Unsere Patentante hatte kurz vorher die Nachricht erhalten, dass jetzt, so kurz vor Kriegsende, ihr j\u00fcngster Sohn gefallen war &#8211; entsprechend war auch die Stimmung auf unserer Feier. Als Geschenk hatte jede von uns zwei wei\u00dfe, selbst gen\u00e4hte Sch\u00fcrzen erhalten, au\u00dferdem drei Taschent\u00fccher von Schneidermeister Gottlieb Meyer. Dazu kam noch ein Geldgeschenk von 500 RM, welches sofort zur Bank gebracht wurde. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die liebste Erinnerung an meine Konfirmationszeit, die mir heute immer noch viel bedeutet ist der 1. Korinth. 13, &#8218;Das Hohelied der Liebe&#8216;, wo es am Schluss hei\u00dft: &#8222;Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte unter ihnen.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 10pt;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Erl\u00e4uterungen:<\/span><br \/>\n*1) Abschnitte des <a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/glauben\/grundlagen\/kleiner_katechismus.html\">Katechismus nach Dr. Martin Luther<br \/>\n<\/a>*2) &#8222;Zevener Str. 5&#8220; &#8211; zwischenzeitlich abgerissen;\u00a0 heute: Sparkasse Schee\u00dfel SB-Center<br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>v. Marianne Frick, geb Behrens Die Konfirmationszeit w\u00e4hrend des Krieges war mit gro\u00dfen Schwierigkeiten verbunden. Wir hatten w\u00e4hrend der Kriegszeit kaum Religionsunterricht in der Schule erfahren. 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