{"id":2870,"date":"2017-04-25T07:15:51","date_gmt":"2017-04-25T07:15:51","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=2870"},"modified":"2020-10-12T13:28:59","modified_gmt":"2020-10-12T11:28:59","slug":"die-geschichte-unseres-dorfes-i-bis-ca-1500-n-chr","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/historisches\/historisches-2\/die-geschichte-unseres-dorfes-i-bis-ca-1500-n-chr\/","title":{"rendered":"Dorfgeschichte I. &#8211; (bis ca 1850 n. Chr.)"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p>Wie Bodenfunde bezeugen, liegt die Ortschaft Westervesede auf einem uralten Siedlungsgebiet. So stammt z.B. das durch Kultivierungsarbeiten zerst\u00f6rte H\u00fcnengr\u00e4berfeld im \u201eTwervie\u201c und beim \u201eKleinen Loh\u201c aus der Zeit etwa 2500 bis 1500 v. Chr.<\/p>\r\n<figure id=\"attachment_1533\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1533 size-medium\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Urne-vom-kleinen-Loh-300x220.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Urne-vom-kleinen-Loh-300x220.jpg 300w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Urne-vom-kleinen-Loh.jpg 591w\" alt=\"Urne vom kleinen Loh\" width=\"300\" height=\"220\" \/>\r\n<figcaption class=\"wp-caption-text\">Urne vom kleinen Loh (Foto: Privat)<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<p>Auch das etwa 1850 beim Anlegen eines Weges zwischen Westervesede und der M\u00fchle zutage gekommene Urnenfeld \u2013 es sollen Hunderte von Urnen gewesen sein \u2013 deutet auf eine Ansiedlung vor bzw. kurz nach Chr. hin. Daraus l\u00e4sst sich aber nicht eindeutig schlie\u00dfen, dass dies auch die Gr\u00fcndung des Ortes Westervesede war. Aufgrund der zunehmenden Zentralisierung von Wohnst\u00e4tten d\u00fcrfte die eigentliche Dorfgr\u00fcndung erst in den ersten Jahrhunderten n. Chr. erfolgt sein. Genauere Jahreszahlen gibt es hierf\u00fcr jedoch nicht.<\/p>\r\n<p>Die erste namentliche Erw\u00e4hnung des Ortes Westervesede erfolgte in der \u00e4ltesten Verdener Bischofsurkunde aus dem Jahre 1082. Obwohl von dem vermeintlichen Namen Westervesede nur Bruchst\u00fccke vorliegen, d\u00fcrfte der Ort Westervesede gemeint sein. <em>(Diese Urkunde ist offensichtlich inzwischen verschollen; im &#8222;Urkundenbuch der Bisch\u00f6fe .. von Verden&#8220; aus dem Jahr 2001 ist sie jedenfalls nicht enthalten.) <br \/><\/em><\/p>\r\n<p>In einer Verdener Urkunde von 1219 wird dann sp\u00e4ter ein Conradi de Vesethe bzw. 1226 ein Conradi de Vesede und 1267 ein Hermannus de Vesede erw\u00e4hnt. Bei den vorgenannten handelt es sich um Dienstmannen, die durch die Verdener Bisch\u00f6fe unter anderem mit der Bewachung der Burg in Rotenburg beauftragt wurden, denn dort hatten die Verdener Bisch\u00f6fe zu Beginn des 13. Jahrhunderts ihren Sitz genommen. Die Dienstmannen wurden auf Bauernh\u00f6fen in der n\u00e4heren Umgebung angesiedelt. Dabei ist anzunehmen, dass sie einen Hof des Bischof zu Lehen gehabt haben. Wie damals \u00fcblich, haben sie sich danach mit ihrem Vornamen und dem Zusatz \u201evon Vesede\u201c benannt. Das Geschlecht scheint jedoch um 1300 ausgestorben zu sein.<\/p>\r\n<p>Siehe auch nachstehend: &#8222;Auf der Suche nach den Anf\u00e4ngen von Vees&#8220;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<a href=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/2019-800-Jahre-Vesede.pdf\" class=\"pdfemb-viewer\" style=\"\" data-width=\"max\" data-height=\"max\" data-toolbar=\"bottom\" data-toolbar-fixed=\"off\">2019-800 Jahre Vesede<\/a>\r\n<figure id=\"attachment_1530\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1530 size-full\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/1.-Dokument-ausschnitt-1250.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/1.-Dokument-ausschnitt-1250.jpg 450w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/1.-Dokument-ausschnitt-1250-300x188.jpg 300w\" alt=\"1. Dokument - ausschnitt 1250\" width=\"450\" height=\"282\" \/><br \/>\r\n<figcaption class=\"wp-caption-text\">Ausschnitt aus Dokument 1237-1246 (lfd. Nr. 351 des Urkundenbuches;<br \/>Verzeichnis der Abgaben aus den Haupth\u00f6fen an den Bischoff<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Der Ort\u00a0\u201eVesede\u201c war vermutlich urspr\u00fcnglich eine Einheit, die sich jedoch im 13.\/14. Jahrhundert in zwei Teile auseinander entwickelte und in Westervesede und Ostervesede zerfiel. Erstmalig tauchen die Bezeichnungen Westeruesede und Osteruesede in einem G\u00fcterverzeichnis der Verdener Kirche um 1320 auf.<\/p>\r\n<p>Der Ortsname \u201eVesede\u201c ist nicht eindeutig zu erkl\u00e4ren. Dem Grundwort \u201esede\u201c gibt die Ortsnamenforschung die Deutung \u201eSiedlung\u201c. Das Bestimmungswort \u201eve\u201c kann sinngem\u00e4\u00df nicht mit dem mittelniederdeutschen \u201eVe\u201c = Vieh, sondern vielmehr mit dem sehr h\u00e4ufigen Flurnamen \u201evi\u201c = Niederung, Bruch zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\r\n<p><em>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber soll nicht verschwiegen werden, dass auch der Ort Wiste &#8211; \u00f6stlich von Hepstedt gelegen &#8211; sich auf die vorgenannte Urkunde des Bischoffs von Verden beruft. Aus unserer Sicht kann dies nicht logisch nachvollzogen werden, da die Region zwischen Osterholz-Scharmbeck und Zeven eigentlich immer dem Bistum Bremen zugeordnet war und die in der Urkunde benannten Personen (mit ihren Verwandten) einen deutlichen Bezug zur Region Schee\u00dfel-Rotenburg haben.<\/em><\/p>\r\n<p>Ab den 16. Jahrhundert sind Karten f\u00fcr den Norddeutschen Raum \u00fcberliefert. Die Darstellung unserer Region in den historischen Karten siehe hier: <a href=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/die-geschichte-unseres-dorfes\/westervesede-in-historischen-karten\/\"><em><strong>Historische Kartenausschnitte<\/strong><\/em><\/a><\/p>\r\n<p>Die urspr\u00fcngliche Anlage des Dorfes l\u00e4sst erkennen, dass sich die ersten 11 H\u00f6fe planm\u00e4\u00dfig am \u201eKr\u00f6pelbach\u201c entlang angesiedelt haben. *) Jeder Hofplatz hatte seine bestimmte Breite, so dass die H\u00e4user weit voneinander entfernt lagen. Hinter dem Haus befand sich etwas Gartenland, dann folgten der \u201eWischhof\u201c und das flie\u00dfende Wasser. Vor den H\u00e4usern f\u00fchrte die Stra\u00dfe entlang und auf der anderen Seite der Stra\u00dfe befand sich auf dem leicht ansteigenden Gel\u00e4nde das trockene Land, die Ackerflur.<\/p>\r\n<figure id=\"attachment_745\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-745 size-full\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Wv-1770-H%C3%B6fe.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 738px) 100vw, 738px\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Wv-1770-H\u00f6fe.jpg 738w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Wv-1770-H\u00f6fe-300x150.jpg 300w\" alt=\"Karte-Wv-1770\" width=\"738\" height=\"370\" \/><br \/>\r\n<figcaption class=\"wp-caption-text\">Karte-Wv-1770<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<p><em>*) Ein Blick auf die Karte von 1770 l\u00e4sst den Namen Kr\u00f6pelbach nachvollziehen;\u00a0der ehemals mit Erlen bestandenen Bach mit seinen vielen Windungen hat durch der Ausbau mit Begradigung und den Bau von Stauanlagen (1951-1963) das Aussehen eines gradlienigen kahlen Wasserlaufs (Kanals) erhalten.\u00a0<\/em><\/p>\r\n<p>An Geb\u00e4uden waren meist das Haus, ein Torfschuppen und ein Wagenschuppen sowie ein Backofen hinter dem Haus vorhanden. Bei dem Haus handelte es sich um ein Fachwerkhaus mit reetgedecktem Dach. Durch die gro0e Dielent\u00fcr gelangte man in den Vorderteil, wo das Vieh untergebracht war. Am Ende der Diele schloss sich das Flett an, wo gekocht und gegessen wurde. Hier sa\u00dfen auch die Frauen, wenn sie beim Spinnen der Wolle oder des Hanf- und Flachsgarnes waren. Da man am Abend auf den Schein des Feuers oder der Lampen angewiesen war, spielte sich hier der gr\u00f6\u00dfte Teil des h\u00e4uslichen Geschehens ab.<\/p>\r\n<p>Bereits im 15. Jahrhundert versuchte man, die Wirtschaftform zu verbessern, Es wurde darauf geachtet, dass Holzungen nicht verschlagen wurden. Alle Abholzungen waren genehmigung\u00adspflichtig; und Aufforstungen wurden verpflichtend.<\/p>\r\n<p>Eine einschneidende Ma\u00dfnahme war jedoch die \u201eNeugestaltung der H\u00f6fe\u201c. In Westervesede wurden die meisten H\u00f6fe in zwei Halbh\u00f6fe aufgeteilt. Nur die H\u00f6fe von Ziems, Bahls und Geels wurden davon ausgenommen; sie blieben weiterhin Vollh\u00f6fe. So ergab es sich, dass sich die Zahl de H\u00f6fe von urspr\u00fcnglich eif durch die Teilung im 16.\/17. Jahrhundert auf 19 erh\u00f6hte.<\/p>\r\n<p>Eine erste Nachricht \u00fcber Besitzverh\u00e4ltnisse in Westervesede liegt aus 1553 vor. Die sp\u00e4tere Schatzbeschreibung von 1567 verzeichnete f\u00fcr Westervesede 3 Vollh\u00f6fe und 12 Halbh\u00f6fe, die dem Verdener Bischof abgabepflichtig waren ; dazu kamen 4 H\u00f6fe, die an private Gutsherren bemeiert waren sowie 2 Pflugk\u00f6tner. Die H\u00f6fe in Westervesede waren bemeiert an das Amt Rotenburg (Vogtei Schee\u00dfel) bzw. den Grafen von\u00a0 Bothmer (Gut Lauenbr\u00fcck) ,\u00a0 von Hohnhorst (Gut\u00a0 Veerse)\u00a0 bzw. von Gerstenberg (Amt Rotenburg.)<\/p>\r\n<p>Die Jordeb\u00fccher des Kreises Rotenburg 1692\/94 geben auch f\u00fcr die Westervesede einen differenzierten Einblick in die Besitzverh\u00e4ltnisse der H\u00f6fe und \u00fcber die ebenfalls festgehaltenen Besteuerungsangaben auch \u00fcber die wirtschaftliche Situation.<\/p>\r\n<p>Westervesede hatte 1740\/41 183 Einwohner. Diese Zahl ist einem Dokument der gro\u00df-britannischen\/kurf\u00fcrstlich braunschweig-l\u00fcneburgischen Regierung zu entnehmen, in dem alle Einwohnerzahlen in der Vogtei Schee\u00dfel erfasst sind, damit deren Versorgung mit Brotkorn sichergestellt werden kann. (siehe:<a href=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/unter-britischer-herrschaft\/\"><em><strong> unter britischer Herrschaft &#8211; Dokument<\/strong><\/em><\/a><\/p>\r\n<p>Viele der noch heute bekannten <a href=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/historisches\/flurnamen-2-2\/\">Flurbezeichnungen<\/a> lassen sich bereits in den damaligen Auflistungen finden.<\/p>\r\n<figure id=\"attachment_744\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-744 size-large\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karte-Wv-19-H%C3%B6fe-1-949x445.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 949px) 100vw, 949px\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karte-Wv-19-H\u00f6fe-1-949x445.jpg 949w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karte-Wv-19-H\u00f6fe-1-300x141.jpg 300w\" alt=\"Karte Wv - 19 H\u00f6fe\" width=\"949\" height=\"445\" \/><br \/>\r\n<figcaption class=\"wp-caption-text\">Westervesede &#8211; Die markierten Hofstellen geben den Hofbestand vor 1860 wieder.<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<p>Neben\u00a0 den Landwirten gab es 1780 in Westervesede auch Gewerbetreibenden und Handwerkern:\u00a0 5 als wirkliche Kriegsleute dienende, 10 Frachtfuhrleute, 3 Betreiber von Weberst\u00fchle, 69 Kr\u00fcger\/ Brauer\/Brantweinbrenner;\u00a0 damit ist offensichtlich bereits damals hier vor Ort die Brantweinbrennerei nicht nur f\u00fcr den Eigenbedarf sondern auch gewerblich betrieben worden.<\/p>\r\n<p>Es gab damals in Westervesede 29 Wohnh\u00e4user mit 50 Nebengeb\u00e4uden und es lebten hier 112 Personen \u00fcber 14 Jahre (62 Manns- und 50 Frauens-Personen).<\/p>\r\n<p>Fortsetzung: &#8211;&gt;\u00a0 \u00a0<a href=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/historisches\/historisches-2\/die-geschichte-unseres-dorfes-teil-ii-1500-ca-1800-n-chr\/\"> Teil II\u00a0 (1850 &#8211;\u00a0 1945\u00a0 n.Chr.)<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wie Bodenfunde bezeugen, liegt die Ortschaft Westervesede auf einem uralten Siedlungsgebiet. 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