{"id":3588,"date":"2017-12-10T17:59:53","date_gmt":"2017-12-10T16:59:53","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=3588"},"modified":"2019-05-08T09:14:02","modified_gmt":"2019-05-08T07:14:02","slug":"kinder-und-jugendjahre-auf-dem-hoins-hoff","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/geschichten\/erinnerungen-ii\/kinder-und-jugendjahre-auf-dem-hoins-hoff\/","title":{"rendered":"Kinder- und Jugendjahre auf dem Hoins Hoff"},"content":{"rendered":"<p>nach Aufzeichnung von Helga Kr\u00f6ger, geb. Klee<\/p>\n<p>Meine Gro\u00dfeltern lebten als P\u00e4chter auf Brinks Hofstelle, Westervesede Nr. 58 (heute Claus Behrens, Deepener Stra\u00dfe 43). &nbsp;Hinrich Klee stammte aus Westerholz und war verheiratet mit Catharina geb. Behrens aus Schomakers Haus &#8211;&nbsp; Westervesede Nr. 60. Sie hatten 5 Kinder.<\/p>\n<p>Mein Vater Hinrich Klee heiratete 1925 meine Mutter Sophie geb. Dreyer. Sie wohnten weiterhin auf Brinks. 1927 wurde Marie geboren; sie verstarb 1951 in Hamburg Eppendorf an einer schweren Krankheit. Es folgten dann 1928 Alwine und 1931 Heinrich.<\/p>\n<p>1931 begannen sie &nbsp;mit dem Aufbau einer eigenen Hofstelle. Als erstes Geb\u00e4ude wurde eine Scheune errichtet.&nbsp; 1934 war dann das Wohnhaus fertig und wurde bezogen.<\/p>\n<p>1936 wurde Johann als 4. Kind geboren. Im August 1938 gab es den ersten gro\u00dfen Schicksalsschlag: es war damals so, dass die Kinder mit aufs Feld genommen werden mussten. Johann war gerade 2 Jahre alt. In einem unbeaufsichtigten Moment lief er ins Kornfeld \u2013 und dann in die M\u00e4hmaschine. Dabei verlor er sein linkes Bein; es musste unterhalb des Knies amputiert werden. Seitdem tr\u00e4gt Johann eine Prothese. \u2013 Es hie\u00df immer:&nbsp; Der hat ein Holzbein.<br \/>\nIch wurde dann als letztes von 5 Kindern geboren. Ichhabe meinen Bruder nicht anders gekannt.<\/p>\n<p>An meinen Opa habe ich nur die Erinnerung, dass er im Sommer immer zum Heide hauen (Plaggenhau) ging und im Winter Hausschlachtungen machte. Er soll auch nach Holland zum M\u00e4hen gegangen sein, mit der Sense auf dem R\u00fccken \u2013 ganz zu Fu\u00df. [ *) siehe Anmerkung]<\/p>\n<p>Als ich 5 Jahre alt war, ist mein Opa verstorben. Die Hausschlachtungen wurden dann von meinem Vater fortgef\u00fchrt. An meine Oma kann ich mich noch sehr gut erinnern: sie war immer&nbsp; zu Hause. Auch nahm sie mich mit, wenn sie mal einen Besuch im Dorf oder Ostervesede machte. Aber nur zu Fu\u00df oder mit dem Fahrrad. Oma hat noch sehr viel Wolle und Flachs auf dem Spinnrad gesponnen. Auch kann ich mich gut an den Webstuhl erinnern, der immer im Winter in Omas Stube aufgebaut wurde. Meine beiden \u00e4lteren Schwestern und auch meine Mutter webten darauf Leinen f\u00fcr Handt\u00fccher, Bettlaken, Decken und anderes. Auch ich durfte mich daran versuchen; ich glaube aber, dass es nicht so richtig geklappt hat. Ich habe noch heute Handt\u00fccher aus dieser Zeit. Oma ist im April 1959 in ihrem 90. Lebensjahr verstorben.<\/p>\n<p>An meine Kinder- und Jugendjahre habe ich sch\u00f6ne \u2013 und auch nicht so sch\u00f6ne \u2013 Erinnerungen. Es war einfach so: sobald wir so gro\u00df waren, dass wir mithelfen konnte, dann mussten wir Kinder es auch. Als meine Mutter im Januar 1959 starb, war ich noch nicht einmal 17 Jahre alt. Das war f\u00fcr mich sehr schwer.<\/p>\n<p>Nachdem mein Bruder Heinrich, der den elterlichen Hof weiterf\u00fchrte, dann im Oktober 1961 geheiratet hatte, bin ich nach Bremen in Stellung gegangen, wie es damals hie\u00df. Im gleichen Jahr verstarb dann auch mein Vater.<\/p>\n<hr>\n<p>*) aus <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hollandg\u00e4nger\">Wikipedia<\/a><\/p>\n<p>Hollandg\u00e4nger waren Wanderarbeiter, die \u2013 von sozialer Not getrieben \u2013 aus wirtschaftlich schwachen Gebieten saisonal in die Niederlande zogen, um dort zu arbeiten und dringend ben\u00f6tigtes Einkommen f\u00fcr sich und ihre Familie zu erarbeiten.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3597\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Notgeld-Hollandg\u00e4nger.jpg\" alt=\"Notgeld - Hollandg\u00e4nger\" width=\"239\" height=\"187\"><\/p>\n<p>Aus den gleichen Beweggr\u00fcnden entwickelte sich im 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts die Emigration nach Amerika. (<a href=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/historisches\/historisches-2\/auswanderer-passagierlisten\/\">Auswanderer<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>nach Aufzeichnung von Helga Kr\u00f6ger, geb. Klee Meine Gro\u00dfeltern lebten als P\u00e4chter auf Brinks Hofstelle, Westervesede Nr. 58 (heute Claus Behrens, Deepener Stra\u00dfe 43). &nbsp;Hinrich Klee stammte aus Westerholz und war verheiratet mit Catharina geb. Behrens aus Schomakers Haus &#8211;&nbsp; Westervesede Nr. 60. Sie hatten 5 Kinder. 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