{"id":5050,"date":"2020-06-19T14:28:20","date_gmt":"2020-06-19T12:28:20","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=5050"},"modified":"2022-05-08T13:54:13","modified_gmt":"2022-05-08T11:54:13","slug":"trachten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/historisches\/sitten-und-gebraeuche\/trachten\/","title":{"rendered":"Trachten"},"content":{"rendered":"<p>Bis etwa 1910 wurden z.B. noch die alten Schee\u00dfeler Trachten getragen. Erst nach und nach l\u00f6ste man sich davon; \u00e4ltere Leute haben diese zum Teil sogar noch bis in die drei\u00dfiger Jahre hinein getragen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_938\" aria-describedby=\"caption-attachment-938\" style=\"width: 184px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom wp-image-938 size-medium\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0001-184x300.jpg\" alt=\"wv0001\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0001-184x300.jpg 184w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0001-273x445.jpg 273w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0001.jpg 993w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-938\" class=\"wp-caption-text\">Foto privat<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_939\" aria-describedby=\"caption-attachment-939\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom wp-image-939 size-medium\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0002-178x300.jpg\" alt=\"wv0002\" width=\"178\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0002-178x300.jpg 178w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0002-265x445.jpg 265w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0002.jpg 986w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-939\" class=\"wp-caption-text\">Foto privat<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_940\" aria-describedby=\"caption-attachment-940\" style=\"width: 190px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"zoooom wp-image-940 size-medium\" src=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0004-190x300.jpg\" alt=\"Schee\u00dfeler Hochzeitstracht\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0004-190x300.jpg 190w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0004-281x445.jpg 281w, https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/wv0004.jpg 1610w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-940\" class=\"wp-caption-text\">Foto privat Schee\u00dfeler Hochzeitstracht<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Frauen trugen als sonnt\u00e4gliche Tracht aus gr\u00fcnem Woll- und Tuchstoff gefertigte R\u00f6cken und Jacken, dazu schwarze Sch\u00fcrzen und buntgemusterte Samtg\u00fcrtel mit einem zweiteiligen G\u00fcrtelschloss. Den Kopf bedeckte eine mit wei\u00dfer oder bunter Seidenstickerei und herabfallenden B\u00e4ndern verzierte Haube, die jedoch nur \u00fcber den Hinterkopf reichte.<\/p>\n<p>Nur bei der Hochzeit und zum Abendmahl wurde anstelle der schwarzen Teile eine wei\u00dfe Sch\u00fcrze und Haube sowie ein wei\u00dfes Schultertuch getragen.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die Sonntagstracht der M\u00e4nner bestand aus kurzen Hosen aus Leinen oder Tuch, einer Weste und einer Jacke, die jeweils mit zwei Reihen silberner Kn\u00f6pfe versehen waren. Au\u00dferdem geh\u00f6rte ein buntseidenes Halstuch und ein hoher Zylinderhut (in unserer Gegend auch als Winkelmann bezeichnet) dazu.<\/p>\n<p>Ein besonderes Ereignis in unserem Ort waren von jeher die Verlobungs- und Hochzeitsfeiern, Die Verlobung (\u00bbde L\u00f6ff\u00ab) wurde traditionell im Hause der Brauteltern gefeiert. Dazu wurden fast alle Dorfbewohner eingeladen. Man hatte ja schlie\u00dflich Platz genug auf der Diele, so dass es auf einen mehr oder weniger auch nicht ankam. So kam es denn auch, dass die Verlobung oftmals zu einem richtigen Dorffest wurde, wobei der Brautvater die Zeche zu zahlen hatte.<\/p>\n<p>Wenn dann der Hochzeitstermin herannahte, meistens eine Woche vorher, machte sich auch der \u00bbK\u00f6stenbidder\u00ab auf den Weg. Es wurde der Hut mit bunten Blumen und der Handstock mit bunten B\u00e4ndern geschm\u00fcckt, und so ging der K\u00f6stenbidder meistens war es ein Bruder von Braut oder Br\u00e4utigam &#8211; von Haus zu Haus, k\u00fcndigte mit seinem Spruch die anstehende Hochzeit an und Lud die Leute des Hauses zu diesem Fest ein. Als Dank f\u00fcr die Einladung bekam der K\u00f6stenbidder zu trinken und ein wenig Geld mit auf den Weg. Die Tradition des K\u00f6stenbidders geh\u00f6rt aber nicht der Vergangenheit an, sondern wird auch heute noch in gleicher Weise fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Am Tage vor der Hochzeit wurde dann der &#8222;Kistenwagen&#8220; gefahren. Dies bedeutete, dass die Aussteuer der Braut, die diese vom elterlichen Hof erhielt, zum Br\u00e4utigamshaus gefahren wurde. Dazu geh\u00f6rte ein gef\u00fcllter Kleider- und Linnenschrank, vollst\u00e4ndige Ehebetten, Teller, Spinnsachen usw., wie auch eine Kuh &#8222;n\u00e4chst der besten&#8220;. Auffalend ist, wie oft und genau in Hofchroniken und auch in der Schee\u00dfeler Chronik von Hinrich Meyer der Brautschaft beschrieben ist. Dies l\u00e4\u00dft die Annahme zu, dass in dem Umfang des Brautschatzes auch die Gr\u00f6\u00dfe des Hofes des Bautvaters gemwessen wurde, bzw. der Hof nach dem Umfang des Brautschatzes beurteilt wurde.<\/p>\n<p>Ebenfalls noch vor der Hochzeit galt es, die &#8222;Ehestiftung&#8220; zu errichten, in der aufgef\u00fchrt war, was die Brautleute jeweils mit in die Ehe gebracht hatten und was geschehen w\u00fcrde, wenn einer der beieden Eheleute versterben w\u00fcrde. Es wurde als ein Ehevertrag geschlossen.<\/p>\n<p>Am Hochzeitstage dann begleiteten nur wenige Angeh\u00f6rige die Brautleute zur Kirche. Das gesamt restliche Brautvolk erwartete das junge Paar beim Hochzeitshaus, wo die G\u00e4ste bereits mit reichlich Getr\u00e4nken versorgt waren, so dass diese oft schon ordentliche in Stimmung waren, wenn das Brautpaar mit der Kutsche angefahren kam. Wichtig war, dass die Braut das Hochzeitshaus durch die gro\u00dfe Dielent\u00fcr betrat, wo das Essen bereits hergerichtet war. Nach dem Essen begann der Tanz; und hatten die G\u00e4ste keine Lust mehr zum Tanzen, so gingen sie durchs Dorf. In allen H\u00e4usern gab es f\u00fcr die M\u00e4nner Zigarren und Korn und f\u00fcr die Frauen Kaffee und Kuchen. So wanderte man von Haus zu Haus und l\u00e4ngst nicht jeder kam wieder beim Hochzeitshause an.<\/p>\n<p>So fand das famili\u00e4re und das d\u00f6rfliche Geschehen fast ausschlie\u00dflich auf den H\u00f6fen statt, allein schon um m\u00f6glichst kurze Verkehrsstrecken zu haben, da man damals ja noch keine motorisierten Verkehrsmittel kannte und auch die Wege nur Sandwege oder bestenfalls mit Feldsteinen gepflasterte Stra\u00dfen waren.<\/p>\n<p>Dieser Beitrag stammt im wesentlichen aus &#8222;Westervesede stellt sich vor (1986), Ingrid Bahrenburg&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis etwa 1910 wurden z.B. noch die alten Schee\u00dfeler Trachten getragen. 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