{"id":725,"date":"2016-02-20T19:51:47","date_gmt":"2016-02-20T19:51:47","guid":{"rendered":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/?page_id=725"},"modified":"2016-02-20T19:54:16","modified_gmt":"2016-02-20T19:54:16","slug":"schulgeschichte-deepen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/veesbook.net\/wordpress\/historisches\/schulwesen-2\/schulgeschichte-deepen\/","title":{"rendered":"Schulgeschichte &#8211; Deepen"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"sectionedit1\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Schulgeschichte &#8211; Deepen<\/span><\/h3>\n<div class=\"level3\">\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><em>geschrieben 1987 von Anna Backhausen<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Bis zum Jahre 1835 mu\u00dften die Kinder von Deepen jeden Tag einen Dreiviertel Stunden Fu\u00dfmarsch bew\u00e4ltigen, um nach Ostervesede zum Schulunterricht zu kommen. Ob Schnee und Eis und schlechtem Wetter immer regelm\u00e4\u00dfig zum Unterricht kamen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Dann wurde in Deepen eine eigene Schule eingerichtet. In Klein-Deepen wurde ein Zimmer gemietet, das als Unterrichtsraum und von dem Lehrer als Wohnung genutzt wurde. Als Lehrer kamen Pr\u00e4paranden, Junglehrer, die noch unverheiratet waren und durch den \u201eReihetisch\u201c von den Dorfbewohnern verpflegt wurde. Ein Gehalt wurde nach \u00dcbereinkunft zwischen Gemeinde und Lehrer bezahlt und war sicher sehr gering. Es waren auch nicht viele Kinder zu unterrichten, da das Dorf nur wenige H\u00e4user hatte, so waren es im Jahre 1692 13 Kinder die in der kleinen Schule 8 Klassen durchliefen. Die Ausstattung des Unterrichtsraumes war k\u00e4rglich Schul-tische, Landkarten, Globus und Lesekasten wurden erst nach 1884 angeschafft. Bis.1898.war das Schulzimmer in Tampen-Haus untergebracht, dann wurde bei Meyer Nr.1 ein Zimmer f\u00fcr j\u00e4hrlich 36.- Mark angemietet und f\u00fcr den Lehrer bei Riebesehl Nr. 2 f\u00fcr den gleichen Betrag ein Zimmer f\u00fcr den jeweiligen Lehrer. Die Lehrer wechselten sehr oft, denn die Junglehrer wollten heiraten und in Deepen war daf\u00fcr keine Wohnm\u00f6glichkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Als 1903 die Lehrerstelle wieder unbesetzt war und die Kinder wieder nach Ostervesede zum Unterricht marschieren sollten, zumal zu diesem Zeitpunkt nur 7 Kinder unterrichtet wurden, beschlo\u00df die Gemeinde, eine eigene Schule mit Lehrerwohnung zu bauen. \u00dcber den Standort der Schule konnte man sich nicht recht einigen, die Gro\u00df-Deepener wollten sie auf dem Eckplatz Landstra\u00dfe &#8211; Weg nach Riep-L\u00fcnzen haben, die Klein-Deepener n\u00e4her zu ihren Wohnh\u00e4usern hin. Pastor Willenbrock aus Schee\u00dfel hat sich darum gek\u00fcmmert und ausgemessen, jeweils 500 Schritte von Klein-Deepen und von Gro\u00df-Deepen und in der Mitte sollte das neue Geb\u00e4ude errichtet werden. Es war auch ein sch\u00f6ner Platz bei den Fuhren. Zur Lehrerstelle geh\u00f6rten 110 Morgen Land, das die Gemeinde verpachtete. Im Winter wurden 32 Unterrichtsstunden erteilt und im Sommer, wenn die Kinder zu H\u00fcte- und Feldarbeiten gebraucht wurden, nur 20 Stunden. Eine Beihilfe zum Schulhausneubau wurde der Gemeinde nicht gew\u00e4hrt, die Sparkasse in Schee\u00dfel gab aber ein Darlehen in H\u00f6he von 7 000.- Mark bei 2 % Zinsen und 5 % Amortisation. Auch sp\u00e4tere Eingaben um Unterst\u00fctzung des Schulhausbaus wurde von der Regierung abgelehnt, weil die Mittel schon an andere Schulen verteilt worden waren. H\u00e4tte man in Deepen 10 Jahre fr\u00fcher mit dem Bau begonnen, h\u00e4tte man eher damit rechnen k\u00f6nnen, staatliche Beihilfe zubekommen, aber damals hatte der Schulvorsteher Bedenken gehabt, man k\u00f6nne keine Steine aus Westerholt heranschaffen, weil noch keine ordentliche Stra\u00dfe von Deepen nach Westervesede und Schee\u00dfel vorhanden war. Im Winter 1903\/04 wurden dann in Gemeinschaftsarbeit die Steine von Westerholt herangeschafft und im Fr\u00fchjahr 1904 kam der Maurermeister Leuenroth aus Ostervesede mit 2 &#8211; 3 Maurern und der Bau kam langsam aber stetig voran. Bis zum Herbst 1904 war die Schule und die Lehrerwohnung bezugsfertig, es fehlte allerdings ein Abort, weil man meinte, das sei f\u00fcr so eine kleine Schule gar nicht notwendig. Von der Regierung wurde aber die Auflage gemacht, da\u00df ein Abort erstellt werden m\u00fcsse, was dann nachtr\u00e4glich auch getan wurde. Am 18.Oktober 1904 wurde die Schule feierlich eingeweiht und ab 1. April 1905 kam Lehrer Eggers nach Deepen. Der \u201eReihetisch\u201c war inzwischen abgeschafft worden, die Lehrer hatten oft gewechselt, so werden folgende Namen von Lehrern aufgef\u00fchrt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Mahnken, Versemann. K\u00f6hnken, Hoops, G\u00f6decke, Postet, G\u00f6decke, Ruschmeyer und Brauel. Lehrer Kirschner war bis 1899 in Deepen und wurde dann an die Volksschule Westervesede versetzt, ihm folgte Lehrer R\u00f6hrs, der 1902 nach Hemslingen versetzt wurde. Ihm folgte Lehrer Bolte, der allerdings aus Gesundheits-gr\u00fcnden 1\u00bd Jahr keinen Unterricht erteilen konnte, weshalb die Kinder nach Westervesede mussten wo sie von Lehrer Kirschner unterrichtet wurden. Bis 1909 war Lehrer Dittmer in Deepen, er verstarb und die Unterrichtsstunden wurden vertretungsweise von Lehrer Dreyer, Ostervesede erteilt. Lehrer Eggers war l\u00e4ngere Zeit an der Schule in Deepen, er fiel 1916 in Flandern. Die Sch\u00fclerzahlen schwankten zwischen 15 &#8211; 20 Kindern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Am 21. Januar 1919 \u00fcbernahm Lehrer Feinde die Schulstelle in Deepen und leitete diese bis zu seiner Augenerkrankung 1932. In dieser Zeit wurde das Schulland durch den Kreis verkauft, es war erst vorgesehen, Siedlungsstellen einzurichten, es fanden sich aber keine Siedler dazu. Die kleineren Betriebe waren daran interessiert, das Land zu erwerben, um ihre Betriebe aufzustocken und rentabler zu machen, aber diesen Pl\u00e4nen stimmte der Landrat nicht zu, das Land lag weiter brach. Sp\u00e4ter hat man dem Bauer Riebesehl Nr. 2 180 Morgen Land zum Preis von 5o.- Mark je Morgen abgekauft, was praktisch einer Enteignung gleichkam, und hat drei Siedlungsstellen zu je. 60 Morgen eingerichtet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Durch den Zuzug von Siedlern erh\u00f6hte sich die Einwohnerzahl und es waren zeitweise Kinder im kleinen Schulraum, das war sehr eng. Der Unterricht hat aber darunter nicht gelitten, es wurde eine gute Ausbildung vermittelt. Briefe von alten Deepenern, die noch im letzten Jahrhundert die kleine Schule besuchten, zeigen ein einwandfreies Deutsch, wie es heute kaum noch vermittelt wird, auch Rechnen war f\u00fcr den praktischen Lebensbedarf ausreichend und gut, Als 1911 eine gro\u00dfe Hitze herrschte, wurde f\u00fcr die oberen Stufen nur in der Morgenfr\u00fche Unterricht erteilt, die ersten Klassen brauchten gar nicht in die Schule. Auch die Erwachsenen machten die notwendigen Arbeiten morgens vor der gro\u00dfen Hitze und am sp\u00e4ten Abend, weil bei der hei\u00dfen Sonne alle erschlafft waren. Die Feiern und Gedenktage wurden auch in der kleinen Schule w\u00fcrdig begangen. Bei den \u00fcblichen Weihnachtsfeiern wurde ein Krippenspiel aufgef\u00fchrt, jedes Kind mu\u00dfte ein Gedicht lernen und aufsagen und das ganze Dorf war zu dieser Feier versammelt. Der Weihnachtsmann erschien und die Kinder bekamen bunte T\u00fcten mit Leckereien, Lehrer Feindt mu\u00dfte wegen einem Augenleiden immer wieder in Behandlung und die Kinder wurden vertretungsweise von anderen Lehrern unterrichtet. 1936 kam Lehrer Meinking\u201enach Deepen und in dieser Zeit wurde ein Schulgarten von 150 qm angelegt und von den Kindern bearbeitet. 1937\/38 waren 5 Knaben und 8 M\u00e4dchen unterrichtet worden. Lehrer Meinking wurde 1937 zum Wehrdienst einberufen und wieder wurden die Kinder von Lehrern aus anderen D\u00f6rfern unterrichtet, zeitweise fuhren die Kinder, die nun fast alle Fahrr\u00e4der hatten, nach Ostervesede zu Lehrer Dreyer in die Schule. Ende 1940 konnte Lehrer Meinking wieder in den Schulunterricht zur\u00fcckkehren und zwar nach Westervesede, wohin dann die Deepener Kinder auch t\u00e4glich fuhren. Es waren 1939\/40 nur noch 3 Knaben und 4 M\u00e4dchen im Dorf. Die Schulb\u00fccherei bestand zu dieser Zeit aus 259 B\u00e4nden, die von den Kindern eifrig ausgeliehen und gelesen wurden. Handarbeitsuntericht erteilte Frau Erna Behrens, Deepen. Der strenge Winter 1941\/42 mit sehr viel Schnee und hohen Schneeverwehungen erschwerte den Kindern oft den Weg nach Wester-vesede zur Schule. Im Verlaufe des Krieges versp\u00fcrte man auch hier.die Auswirkungen des Luftkrieges, die Eltern waren froh, wenn die Kinder wieder gl\u00fccklich zu Haus waren. Von Oktober 1944 bis Februar 1945 war dadurch auch viel Unterrichtsausfall und ab Februar 1945 wurde die Schule ganz geschlossen. Das Ende des 2.Weltkrieges am 8.Mai 1945 brachte f\u00fcr das Dorf und alle Bewohner sehr gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Beim Einr\u00fccken der Engl\u00e4nder waren in Klein-Deepen die meisten H\u00e4user in Brand geschossen worden und die Bewohner mu\u00dften sich notd\u00fcrftig einrichten. Dazu kamen Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten, auch die Schule war f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zur Verf\u00fcgung gestellt worden. Lehrer Meinking konnte erst 5 Monate nach Kriegsende in Westervesede den Unterricht wieder aufnehmen und als dann auch die Schule in Deepen wieder frei war, wurden die Deepener Kinder wieder in der Schule in Deepen unterrichtet. Ab 4.Januar 1946 war wieder voller Unterricht in Deepen &#8211; sehr zu Freude der Kinder und der Eltern.15 Kinder, davon 5 Kinder aus den Ostgebieten besuchten den Unterricht. Erst im Mai 1947 konnten die zerschossenen Fensterscheiben im Schulgeb\u00e4ude alle erneuert werden und das war gut, denn der Winter 1947 war au\u00dferordentlich kalt und die Schule konnte nur geheizt werden, weil alle Einwohner Torf brachten. Schwierig war es auch gen\u00fcgend Unterrichtsmaterial und vor allem Schreibhefte zu bekommen, es war noch alles sehr streng rationiert. Nach der W\u00e4hrungsreform 1948 besserte sich das aber langsam.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">1954 feierte die ganze Dorfgemeinschaft auf der Diele bei Bauer Riebesehl das 50-j\u00e4hrige Bestehen der Schule mit Musik und Tanz. Da dachte noch kein Mensch daran, da\u00df schon 4 Jahre sp\u00e4ter in Deepen eine ganz neue Schule erbaut w\u00fcrde. Aber das Wunder geschah, es entstand ein Bau, wie man ihn sich f\u00fcr ein Dorfschulhaus gar nicht vorstellen konnte. Der Klassenraum war mehr als doppelt so gro\u00df wie in der alten Schule und ein Gruppenraum war fast so gro\u00df wie der Schulraum. Richtfest war am 25.Oktober 1958 bei allersch\u00f6nstem Sonnenschein Der Richtkranz wurde um den Neubau getragen und dann wurde gesungen Gro\u00dfer Gott wir loben Dich. Ein M\u00e4dchen sprach das Gedicht: \u201eDas neue Haus ist aufgerichtet\u201c Die Mittelstufe sang, \u201eEs klinge der Hammer\u201c Die Unterstufe machte ihre Sache gut mit dem Lied \u201eWer will flei\u00dfige Handwerker sehen ..11 Maurer und Zimmerleute hielten Ansprachen und der Gesang \u201eNun danket alle Gott\u201c beendete die sch\u00f6ne Feier. Es folgte ein gemeinsames Essen bei Meyer Nr. 1. Nachzutragen ist, da\u00df ab 7.November 1949 Lehrer Backhausen die Schule in Deepen leitete.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Ganz einfach war der Schulneubau nicht, erst wollte man an das alte Schulgeb\u00e4ude einen Klassenraum anbauen, doch das w\u00e4re Flickwerk gewesen. Die ganze Gemeinde war daf\u00fcr einen Neubau zu errichten, der l\u00e4nger als 50 Jahre Bestand haben sollte. Wer konnte da auch ahnen, da\u00df schon 1966 im Schulwesen gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen anstanden. Die Schule in Deepen wurde ganz geschlossen, die Kinder mit Bussen nach Hemslingen gefahren. In Schee\u00dfel entstand ein gro\u00dfer Neubau, der als Mittelpunktschule die Kinder der Einheitsgemeinde Schee\u00dfel alle aufnahm. Die Schule in Deepen hat also aufgeh\u00f6rt zu bestehen. Die Kinder werden mit Bussen transportiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">(r.schr)<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schulgeschichte &#8211; Deepen geschrieben 1987 von Anna Backhausen Bis zum Jahre 1835 mu\u00dften die Kinder von Deepen jeden Tag einen Dreiviertel Stunden Fu\u00dfmarsch bew\u00e4ltigen, um nach Ostervesede zum Schulunterricht zu kommen. Ob Schnee und Eis und schlechtem Wetter immer regelm\u00e4\u00dfig zum Unterricht kamen? Dann wurde in Deepen eine eigene Schule eingerichtet. 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